schule schmal

Scheiß auf... Schönheitswahn

Was ist schön? Wer definiert Schönheit?

In den verschiedensten Ländern jagen die Menschen den verschiedensten Schönheitsidealen in den verschiedensten Zeitaltern hinterher.

Ob die Koreaner, die nach heller Haut und großen Augen streben, um vermeintlich jung und süß auszusehen oder wir in Europa, die wir am liebsten mit vollen Lippen und mit 90-60-90 Modelmaßen bestückt wären und Selbstbräuner benutzen, um, egal wann, wie von der Sonne geküsst auszusehen. Auf der ganzen Welt schminken sich Menschen, färben sich die Haare, probieren sämtliche Diäten auf dem Markt aus oder stellen ihre Ernährung um und treiben Sport, oder unterziehen sich sogar sogenannten Schönheitsoperationen - alles nur, um dem Schönheitsideal in ihren Köpfen ein Stückchen näher zu kommen. Und wenn das alles nichts bringt und die Bilder auf Instagram nicht perfekt sind? Dann bearbeiten wir eben zumindest virtuell unseren Körper und unser Gesicht so, wie wir aussehen wollen - mit Fotoshop und Facetune.

Dabei gab es schon immer Schönheitsideale, die sich mit der Zeit immer wieder verändert haben.

In der Zeit des Barock galten zum Beispiel Frauen mit Doppelkinn als schön. In China existierte lang das alte Schönheitsideal von Lotusfüßen, d.h. dass Füße extrem eingebunden oder sogar Knochen gebrochen wurden, um kleine Füße zu haben. Und auch weiße Zähne entsprachen nicht immer dem Schönheitsideal: in Japan färbte man sich im 8. Jahrhundert die Zähne mithilfe einer selbst hergestellten Mixtur schwarz, weil dies als besonders attraktiv und auch erotisch galt.

An all diesen Beispielen können wir deutlich sehen: Schönheit und ihre Ideale sind nicht nur vergänglich, sondern sehr subjektiv. Und trotzdem steckt immer dieser Druck in unseren Köpfen, schön sein zu müssen.

Vor allem in unserer heutigen Zeit von Social-Media, Werbung und Fernsehen wird uns immer gezeigt, was schön ist und mit welchen Produkten wir noch schöner werden. Wir kriegen also Druck von außen und machen uns zusätzlich selbst Druck.

Aber wenn diese Ideale so vergänglich sind und kulturell auch völlig unterschiedlich und jeder von uns sowieso einzigartig ist, können wir nicht einfach aufhören? Können wir nicht anfangen zu lernen, uns selbst zu lieben wie wir sind? Können wir nicht an anderen Stellen an uns arbeiten und uns weiterentwickeln? Fest steht, dass dies ein sehr schwerer Schritt ist, weil durch Medien und Co. immer eine andere Einstellung auf uns einprasselt. Aber meiner Meinung nach würde es uns allen guttun und dafür sorgen, dass wir immer mehr glücklicher und zufriedener werden, wenn wir die Diätpillen, Operationen und bearbeiteten Bilder auf Instagram sein lassen. Lassen wir diesen Druck in unseren Köpfen nicht zu. Scheiß auf Schönheitswahn!

Carolyn Tröger

© Alle Rechte vorbehalten