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Hinter den Kulissen

“Wenn sich nachts in der Schule die Gardinen bewegen, klingelt bei mir das Telefon”

Bei ihm findet man die sehr geliebte Trinkflasche zwischen den Fundsachen wieder, er kümmert sich um die kaputten Stühle und kommt, wenn mal wieder ein Schlüssel klemmt. Doch so wirklich kennen tun ihn die meisten Schüler*innen nicht. Das soll sich jetzt ändern. Wir haben uns mit unserem netten, lustigen und geheimnisvollen Hausmeister Herrn Meyn unterhalten:

Es ist ein sonniger Dienstagvormittag. Wir sitzen im Büro unseres Hausmeisters Herrn Meyn, das gleich neben dem Haupteingang liegt. Hinter dem Schreibtisch auf der Fensterbank steht eine SpongeBob-Figur, ein Tafelschwamm mit einem mit schwarzem Stift gemalten Grinsegesicht. Am Schrank hängt ein Zettel: “Einen schönen ersten Arbeitstag!” steht darauf: Von Frau und Sohn zum ersten Tag.

Nun klingelt das Telefon. Denn neben den gewöhnlichen Aufgaben, wie dem Instandsetzen von Tischen und Stühlen und dem Pflegen der Grünanlagen, muss sich Herr Meyn gerade auch um die Reparatur des Stiefelgangs neben der Turnhalle kümmern, dessen Dach beim letzten starken Regenguss eingestürzt ist. “Jetzt kommen Trocknungsfirmen, dann der Elektriker, weil das Wasser auch in den Lampen stand, zum Beispiel. Ein Dachdecker kommt auch noch und guckt sich das an”, erklärt er.

Er hatte Glück, unser Hausmeister, dass sich das Unglück jetzt ereignet hat und nicht vor ungefähr einem Monat, denn da war er noch vollends damit beschäftigt, das Schulgebäude für den Betrieb während Corona vorzubereiten. Denn die Arbeit hörte für unseren Hausmeister keineswegs auf, als wir am 13. März das Schulgebäude verließen, um es frühestens nach acht Wochen wieder zu betreten. Und so musste er sich um die Umsetzung der Vorschriften des Kultusministeriums kümmern. Es musste ordentlich gearbeitet werden. Man will schließlich nicht für neue Coronafälle verantwortlich sein. Außerdem kann das Gesundheitsamt vorbeikommen und kontrollieren.

Die Schule habe sich dann einen Plan gemacht. “Irgendwann kommen ja Schüler wieder, das lässt sich nicht vermeiden. Wir haben ja nicht ewig Corona”, sagt der Hausmeister. Also lief er noch vor einigen Wochen mit Maßband, Zollstock und dem nun nur allzu bekannten gelb-schwarz gestreiften Klebeband herum, um die von der Schulleitung entworfenen Gangsysteme zu markieren.  Und dann war da auch noch das Anbringen der Papiertuchhalter neben den Waschbecken, das Verteilen der Seifenspender und das Rücken, Schieben und Stapeln von Massen an Tischen und Stühlen. “Eine ziemlich langweilige Aufgabe”, findet der Hausmeister.

Gerade jetzt ist auch die Hygiene in den Klassenräumen besonders wichtig. Zur Zeit muss jeder Klassenraum zum Beispiel täglich geputzt werden, satt nur alle zwei Tage. Tische und Türklinken müssen dann desinfiziert werden. Für die Reinigungskräfte ist das sehr anstrengend. Sie werden zwar für die zusätzliche Arbeit bezahlt, doch auch Herr Meyn findet, sie bekämen “ein Appel und ein Ei” für ihre Arbeit.

Herr Meyn, die Fünft- und Sechstklässler kennen nur noch ihn als Haumeister, ist zufrieden mit seinem Beruf. Er ist Quereinsteiger. Den Beruf des Hausmeisters müsse man nicht erlernen. Früher, da hat er bei einer Heizungsfirma gearbeitet und kannte unsere Schule deshalb auch schon, bevor er vor zweieinhalb Jahren wirklich Hausmeister wurde.

Vor ihm, da war Herr Schamann Hausmeister an seiner Stelle. Durch dessen Strenge fühlt sich Herr Meyn nicht sehr beeinflusst. Er kam erst nachdem unser alter, ziemlich strenger, manchmal angsteinflößender und doch sehr freundlicher Hausmeister in Rente gegangen war. Die meisten freue es, dass Herr Meyn nun weniger streng ist und doch glaubt er, dass einige sich mehr Strenge wünschten. Obwohl er streng werden kann.

 “ Wenn die Schüler zu schnell laufen, dann sag ich auch mal was” ...Laufen findet er gar nicht gut. Man könne so leicht ausrutschen. Da sagt er was, da kann er auch wütend werden. Es kann schließlich etwas passieren. Und manchmal, da passiert auch etwas. Notfälle. Die einbrechende Decke ist nur ein Beispiel. Da wäre ja auch noch diese Sache mit der Alarmanlage. Wenn nämlich die Schüler*innen und Lehrkräfte wieder einmal vergessen, nach dem Unterricht die Fenster ordnungsgemäß zu schließen. Dann bewegen sich die Gardinen des Nachts im Wind. Das löst die Alarmanlage aus. Und damit klingelt beim Hausmeister plötzlich, mitten in der Nacht, das Telefon. Dann muss er zur Schule. Kontrollieren. Der Alarm stellt sich nach einiger Zeit wieder ab. Das ist ihm schon zwei bis drei Mal passiert.

Insgesamt steht Herr Meyn in engem Kontakt zur Schulleitung. Bespricht sich mit zum Beispiel Herrn Müller, sowie dem Landkreis. Und auch mit einigen Lehrern versteht er sich gut. So wird mit Herrn Block zum Beispiel „plattdeutsch geschnackt“.

Wir verabschieden uns, während das Telefon schon wieder klingelt. Nun muss Herr Meyn sich um Handwerker kümmern, das Altpapier wegfahren. Und wir gehen nach Hause mit den spannenden Geheimnissen, die wir aus unserem “Hausi” herauskitzeln konnten...

Jette Luck, Siri Ratjen, Christina Suhr

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