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Ungeschminkt

BRG-Umweltschule?

Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule; Tablets und Smartboards statt massenweiser Papierverschwendung, penible Mülltrennung, wo man nur hinschaut, der Kiosk ein Musterbeispiel für einen Unverpackt-Laden und biodiverse Grünanlagen zum Austoben der Schüler; dies stellt man sich idealerweise unter der Bezeichnung vor.

Doch werfen wir nun ein Blick auf die Realität: im Juli 2019 wurde die Auszeichnung " Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule" für den Projektzeitraum 2016 – 2019 unter anderem an das Bernhard Riemann Gymnasium Scharnebeck verliehen.

Doch ist diese Auszeichnung gerechtfertigt?

Natürlich kann man an unserer Schule nicht nur meckern, viele Dinge laufen gut, wie zum Beispiel: unser schöner, facettenreicher Biogarten, der vor allem mit seinen Teichen vielen Amphibien ein Zuhause bietet. Zudem können wir Werte zwischen Mensch und Tier lernen, wie etwa mit den Hühnern und den damals noch lebenden Schweinen. Hauptsächlich für den Biogarten und seine zahlreichen Projekte wurde unsere Schule der Titel verliehen.

Alles schön und gut, aber reicht das aus?! An was denkt ihr, wenn ihr den Titel "Umweltschule Europa" hört?

Wir sollten ein Paradebeispiel sein, nach dem sich andere Schule richten können.

Wir sprechen da gerne das Thema Mülltrennung an. Wir trennen den Müll in den Klassen nur nach Papier und Restmüll, der, ohne recycelt zu werden, einfach verbrannt wird. Das ist ein Rohstoffverlust für die Erde, denn, wie viele von uns wissen, läuft das Erdöl nicht endlos aus dem Wasserhahn. Aber das Problem haben wir nicht nur in den Klassen. Auf den Gängen wird alles direkt in einen Mülleimer geschmissen. Das Papier wird an dieser Stelle auch nicht wiederverwertet. Wir wünschen uns, dass Plastikmülleimer eingeführt werden. Die Begründung für die bisherige Nicht-Einführung ist, dass momentan nicht einmal der Papier- und der Restmüll in den Klassen richtig getrennt werde und deshalb ein weiterer Mülleimer die Schüler zusätzlich überfordern würde.

Also unsere Klasse hat ihren eigenen gelben Sack eingeführt. Allerdings können wir den Zweiflern ein Stück weit zustimmen: viele der Schüler wissen scheinbar nicht-oder nur Zuhause- wie man Müll artgerecht entsorgt. Aber: Man sollte doch immerhin den Leuten, die wissen, was Plastik ist, die Möglichkeit geben, ihren Müll zu trennen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Die Rosen, die jährlich bei uns um den Valentinstag verkauft werden, stammen entweder aus beheizten Gewächshäusern in den Niederlanden oder aus Kenia und werden von dort über lange Transportwege zu uns transportiert. Was für ein Co2-Ausstoß damit einhergeht, ist offensichtlich.

Unsere Heizungen laufen auch bei offenen Fenstern, weil wir eine zentral geregelte Heizung haben- eine enorme Energieverschwendung.

Unsere Wasserhähne laufen einfach 30 Sekunden umsonst weiter, obwohl wir z. B. nur kurz den Tafelschwamm nass gemacht haben und so verschwenden wir in der ganzen Schule sauberes Trinkwasser.

Wir sollten uns also fragen, ob wir so ein gutes Beispiel für Schulen in ganz Europa sind.

Unserer Meinung nach gibt es noch sehr viel Luft nach oben- mit dem Biogarten machen wir einen Schritt in die richtige Richtung, doch wir sollten nicht nur auf der Stelle treten, sondern weitergehen, Schritt für Schritt.

Julia Horstmann und Merle Poggensee
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